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DAS ROCHENEI
oder eine zufällige Entdeckung
Es sind die besonderen Erlebnisse, die
Anlass werden für eine künstlerische Gestaltung, die
bis dahin verborgene Phantasie und Kräfte in Gang setzen.
Barbara Baumann wurde ein Rochenei zum Schlüsselerlebnis,
ein dunkles kleines unbekanntes Ding, das sie bei einem
Strandspaziergang auf dem Sand entdeckte und sehr
gegensätzliche Reaktionen bei ihr auslöste: Anziehung
und Abschreckung, Scheu und Neugierde. Meist siegt bei einem
Künstler die Neugierde. Man möchte dieses Unbekannte
ganz und gar erfassen, mit den Augen und den Händen, mit
Verstand und Gefühl. Es lässt nicht mehr los und wird
so zur Triebfeder für eine gestalterische
Auseinandersetzung.
Barbara Baumann ließ sich bewegen
und schuf ein großes, schwarzes Objekt, das zwar an das
Fundstück erinnert, doch nun durch seine Größe
eine andere Raumdimension hat und in einem je anderen Umfeld
immer neu wahrgenommen werden muss. An feinen Drähten
aufgehängt, schwebt es knapp über dem Boden, geht ein
Ausstellungsbesucher an ihm vorüber, so wird es im
Luftzug, kaum wahrnehmbar, lebendig. Erschrecken und Neugierde
auch beim Betrachter? Auf keinen Fall wird er ohne einen Blick
zurück daran vorübergehen. Diese erste Begegnung mit
einem Rochenei und seine Gestaltung setzten bei Barbara Baumann
einen künstlerischen Prozess in Gang, der zu neuen
Inhalten und Gestaltungsformen führte.
Hildegard Pütz, Künstlerin, Mai
2003
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